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Was geht eigentlich während des Zyklus ab? Periode Zwei – Menstruation

  • Clara Marschall

Vor Kurzem haben wir von einem großartigen Vergleich gehört, den wir unbedingt mit euch teilen wollen. Und zwar heißt es, die verschiedenen Zyklusphasen seien so ähnlich wie die vier Jahreszeiten. Klingt erst mal komisch? Passt auf:

Los geht’s im Winter, der Menstruation, wo sich manche von uns am liebsten winterschlafmäßig zurückziehen. Für einige Menstruierende ist es eine Zeit, in der sie sich vorzugsweise mit Wärmflasche und Schokolade im Bett verkriechen und eine Folge zu viel von ihrer neuen Lieblingsserie bingen (wir sprechen aus Erfahrung!).

Wenn wir uns nochmal in Erinnerung rufen, was in dieser Zeit in unseren Körpern abgeht, macht das Ganze absolut Sinn. Während der Periode erreichen die Sexualhormone Östrogen und Progesteron ihren Tiefpunkt. Wenn die Eizelle beim Eisprung nicht befruchtet wurde (= du wirst nicht schwanger), kann sie sich nicht in der Gebärmutterschleimhaut einnisten. Dadurch löst sich das Gebärmutterschleimhautgewebe unter Zusammenziehen der Gebärmuttermuskeln ab (Hello Periodenkrämpfe!). Anschließend fließt es mit Blut durch die Vagina ab – so kommt die Periodenblutung zustande. Kein Wunder, dass sich dadurch viele von uns bei all dieser Action ausgelaugt und schlapp fühlen.

Wer während der Periode von Blähungen geplagt wird, kann sich bei den sogenannten Prostaglandinen bedanken. Diese sorgen einerseits für Kontraktionen der Gebärmutter, wirken sich andererseits aber auch auf den Darm aus und können die Verdauung anregen. Das in Kombi mit Wassereinlagerungen – die durch den Anstieg der Hormone vor der Periode verursacht werden – bringt so richtig schönes Chaos.

Leider wird von Menstruierenden nach wie vor erwartet, dass sie in dieser Zeit wie gewohnt und einwandfrei „funktionieren“ – sei es im Job, beim Sport oder im Alltag.

Kein Wunder, dass man sich mit dieser Erwartungshaltung im Hinterkopf selbst gegenüber Druck aufbaut, immer die gewohnte Leistung zu erbringen. Kommt euch bekannt vor? Dann ist das jetzt euer Friendly (but firm!) Reminder, dass es nicht nur vollkommen O.K., sondern auch superwichtig ist, euch und eurem Körper in dieser Zeit die nötige Ruhe zu gönnen.

Während eure Menstruation keine Schwäche ist (im Gegenteil, sie ist eine Superpower!), solltet ihr nicht vergessen, dass euer Körper und Geist von ihr herausgefordert werden!

Habt also etwas Nachsicht mit euch und gebt euch die Erlaubnis runterzufahren.

Menstrual Cycle Explained Period

Natürlich erlebt jede menstruierende Person diesen inneren „Winter“ individuell. Manche von uns haben vielleicht auch mehr Energie und können wie gewohnt durchstarten. Der Schlüssel liegt darin, auf die innere Stimme zu hören und den Lebensstil dementsprechend anzupassen. Uns persönlich hat das unglaublich weitergeholfen und deshalb möchten wir dir unsere Top-Tipps vorstellen, damit ihr euch gut und fit fühlen könnt:

  1. First things first: Ihr habt euch ein bisschen Me-Time verdient! Nutzt die Zeit der Menstruation, um den Fokus nach innen zu legen und euch auf euch selbst zu konzentrieren. Treffen mit Freund*innen, Parties, intensiver Sport und andere herausfordernde Aktivitäten sind tatsächlich in eurem Frühling bzw. Sommer – (Pre)-Ovulation – besser aufgehoben.
  2. Sport während der Periode, yes or no? Kommt ganz darauf an, wie ihr euch fühlt! Wenn eure Energielevel im Keller sind und es euch beim Gedanken vor Bewegung graust, dann setzt eure Sport-Routine lieber auf Standby. Ja, das muss manchmal auch sein. Denn nur so könnt ihr Kräfte sammeln, um bei rückkehrender Energie wieder durchzupowern!

Für diejenigen, die während ihrer Periode Motivation zum Sportmachen verspüren, können sich geeignete Workouts richtig lohnen. Denn die richtige Art der Bewegung kann nicht nur bei Krämpfen und Schmerzen helfen, sondern sich auch wunderbar auf die Stimmung auswirken. Auch hier gilt es, sich den eigenen Energieniveaus anzupassen.

Alles in die Richtung „High Intensity“, also intensives Cardio, Intervall- und Krafttraining, solltet ihr euch aktuell eher nicht zumuten. Stattdessen lieber bei leichten Formen von Cardio bleiben – ein Spaziergang mit eurer/eurem Bestie tut’s auch. Leichte Formen von Yoga und Pilates, die sich vor allem auf das Halten von stärkenden Positionen, Stretching und die Atmung konzentrieren, können für Körper und Geist sehr wohltuend sein.

Es spricht also nicht dagegen, während eurer Periode Sport zu machen, solange ihr auf euren Körper hört! Diejenigen unter uns, die ihre Periode angenehmer erleben und kaum Symptome verspüren, können ihre Workout-Routine auch wie gewohnt fortsetzen. Für mehr Infos klickt zu unserem Workout-Guide.

  1. Die guten alten Period-Cravings, wer kenn sie nicht… Leider enthalten viele unserer Go-To-Snacks Zutaten, die unserer hormonellen Gesundheit gar nicht guttun und Symptome sogar verschlechtern können.

 

Hier die Don’ts

Koffein: Unser liebster Wachmacher Koffein kann die Blutgefäße verengen, was zu einer schlechteren Durchblutung und somit stärkeren Krämpfen führen kann.

Zucker: Ein wahrer Übeltäter während der Periode. Er ist entzündungsfördernd und kann dazu Hormonungleichgewichte begünstigen. Ouch! Als würde das nicht reichen, führt Zucker zu einer Achterbahnfahrt unseres Blutzuckerspiegels, was wiederum Stimmungsschwankungen und Energieflauten hervorrufen kann.

Salziges: Keine Frage, salzige Snacks wie Chips sind ultralecker. Aber zu viel Salz wird mit schlimmeren Krämpfen, Blähungen und Wassereinlagerungen in Verbindung gebracht.

Transfette: In frittierten Lebensmitteln und Junk-Food enthalten, sind sie dafür bekannt, Entzündungen im Körper zu fördern und sich negativ auf Periodenbeschwerden auszuwirken.

 

Und hier sind die Dooos

Eisen und Magnesium: Essenzielle Nährstoffe, auf die während der Periode besonders geachtet werden sollte. Enthalten sind sie in grünem Blattgemüse wie Spinat oder Grünkohl, Nüssen, Samen und Kakao.

Omega-3-Fettsäuren: Sie regulieren Hormonsysteme und es wird ihnen sogar nachgesagt, Menstruationsbeschwerden zu lindern. Enthalten sind sie z.B. Leinsamen, Nüssen und Algenöl.

Vitamin B6: Kann bei Krämpfen und Wassereinlagerungen helfen. Man findet es z.B. in Bananen, Avocados, Karotten oder Spinat.

Kurkuma und Ingwer: Diese Wundergewürze wirken entzündungshemmend und sind dafür bekannt, Beschwerden rundum die Periode zu mindern. In Form einer Golden Milk sind sie besonders lecker.

Tee: Himbeerblatt, Brennnessel, Kamille, Minze, Zimt – um nur ein paar der Teesorten zu nennen, die sich positiv auf Menstruationsbeschwerden auswirken können.

Alles schön und gut, aber euch packt die Lust nach salzigen Snacks? Dann checkt unsere gesündere Version von Chips ab, die wir euch in diesem super yummy Rezept vorstellen. Befriedigt nicht nur deine Cravings, sondern deine Hormone sind ebenfalls happy!

 

The Bottom Line

Ein kalter, langer und dunkler Winter kann richtig kacke sein und auf die Stimmung drücken. Aber kämpfen wir deshalb gegen ihn an? Nö, bringt ja nichts! Wir nehmen ihn hin und machen das Beste draus.    

Und genau das sollten wir der „Winter“-Phase unseres Zyklus auch tun. Wenn wir uns auf unsere Menstruation einstellen und uns ihr anpassen, kann diese Zeit des Monats – wie ein kalter Winter – ganz okay, manchmal sogar ganz gut sein! Im Winter gehen wir ja auch nicht mit Sommerklamotten raus und erwarten es, eine coole Zeit zu haben.

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