Direkt zum Inhalt

Was geht eigentlich während des Zyklus ab? Periode Vier – Ovulation

  • Clara Marschall

Hello Summer, hello Eisprung! Unsere fruchtbaren Tage folgen unmittelbar nach der Proliferationsphase, unserem inneren Frühling. Wenn ihr euch jetzt denkt „hä, was haben die Jahreszeiten mit unserem Zyklus zu tun?“, dann schaut unbedingt vorher im ersten Teil dieser Blogreihe vorbei.

Um zu verstehen, was den Sommer eures Zyklus ausmacht, schauen wir uns an, was dabei im Body abgeht. Je nach Länge des Zyklus variiert der Zeitpunkt des Eisprungs, jedoch findet er in der Regel zehn bis sechzehn Tage vor der Periode statt, ausgelöst von einem starken Anstieg des luteinisierenden Hormons. Dabei platzt der dominante, reife Follikel auf und die Eizelle wird aus dem Follikel herausgespült, um dann vom Eileiter aufgenommen zu werden.

In der Ovulationsphase sind Menstruierende hochfruchtbar. Dieser Zeitraum ist also superwichtig für eine mögliche Schwangerschaft – oder um das auf jeden Fall zu vermeiden. Die Eizelle ist zwar nur ca. 24 Stunden befruchtungsfähig, aber Spermien können bis zu 5 Tage in den Geschlechtsorganen überleben. Sprich: 6 Tage Fruchtbarkeitsfenster!

Wer kennt’s: Ein dumpfer, einseitiger Schmerz im Unterbauch oder ein fieses Ziehen oder Stechen? Ist es mein Blinddarm? Eine Zyste? Eine Explosion? Nope, it’s just my Eisprung! Besser gesagt: der sogenannte Mittelschmerz.

Man geht davon aus, dass er durch die Spannung des wachsenden Follikels am Eierstock zustande kommt. Dazu kommt noch der Zervixschleim aka Ausfluss. Um den Eisprung herum ist der Zervixschleim dünnflüssig, durchsichtig und spinnbar (erinnert an rohes Eiklar). Also nicht wundern, wenn’s untenrum bisschen feuchter zugeht – das ist komplett natürlich und kann dafür sprechen, dass ihr euch in euren fruchtbaren Tagen befindet.

Und beim Sex kann dieses 100% natürliche, selbst produzierte „Gleitmittel“ super nice sein!

Wusstet ihr, dass die Position, Härte und Öffnung des Muttermunds Rückschluss darauf geben, wo ihr euch im Zyklus befindet? Um den Eisprung herum ist der Muttermund weicher und offener als sonst – das könnt ihr mit sauberen Fingern ertasten. Allerdings ist er genau jetzt schwieriger wahrzunehmen als in anderen Zyklusphasen. Denn er sitzt jetzt sehr weit oben in der Vagina, was mit dem steigenden Östrogenspiegel vor dem Eisprung zusammenhängt. Dreimal dürft ihr raten, wofür der dünnflüssige Zervixschleim und der weiche, geöffnete Muttermund gut sind. Na klar: Den Spermien soll der Weg zum Ei so smooth und easy wie möglich gemacht werden.

Eine weitere entscheidende Änderung ist die sofortige Anstieg der Körpertemperatur nach dem Eisprung um 0,4 - 0,6 Grad Celsius. Die Körpertemperatur bleibt dann bis zum Einsetzen der Periode, also bis zum Beginn des neuen Zyklus bestehen, bevor sie wieder abfällt.*

Unser Lieblingshormon Östrogen ist dabei am absoluten Hochpunkt vor dem Eisprung, das leider genau am Zeitpunkt des Eisprungs stark abfällt. Wer sensibel auf Hormonänderungen reagiert, kann um den Eisprung herum mit Stimmungsschwankungen und sogar depressiven Verstimmungen zu tun haben.

In Kombination mit dem Mittelschmerz kann der Eisprung also auch ein guter Zeitpunkt sein, um den Reset-Knopf zu drücken und in den wohlverdienten Sommerurlaub einzutauchen. Ganz schön viel Theorie, we know… Aber immerhin handelt es sich hier um das Hauptevent in eurem Zyklus! Und vielleicht könnt ihr mit diesem Wissen zukünftig ein paar der besprochenen Veränderungen selbst wahrnehmen und dementsprechend besser einordnen. Und das kann euch wiederum mehr Selbstvertrauen und Sicherheit geben.

Zum Abschluss haben wir euch nochmal alle Schlüsselpunkte zusammengefasst: :

  • Der Eisprung findet ca 10-16 Tage vor Einsetzen der Periode statt.
  • Die Eizelle ist ca. 24 Stunden befruchtungsfähig, Spermien können aber bis zu 5 Tagen in den Geschlechtsorganen überleben Es gibt maximal 6 fruchtbare Tage pro Zyklus.
  • Der Eisprung macht sich durch eine Reihe körperlicher Symptome bemerkbar: Dünnflüssiger Zervixschleim, ein weicher, offener und tiefer Muttermund, und ein Temperaturanstieg unmittelbar nach dem Eisprung
  • Die Beobachtung dieser Symptome über den Zyklus lässt Rückschlüsse auf den Zeitpunkt des Eisprungs und die Phasen des Zyklus zu
  • Die Kenntnis über die körperlichen Veränderungen und Zyklusphasen ist für alle Menstruierenden wertvoll
  • Der Abfall des Östrogenspiegels beim Eisprung kann sich negativ auf eure Stimmung auswirken

 

 

* Die Beobachtung und Auswertung körperlicher Symptome (Zervixscheim, Muttermund, Temperatur) bietet außerdem die Grundlage für die nicht-hormonelle Verhütung mit der sympothermalen Methode. Ganz wichtig: Diese Methode bedarf intensiver Kenntnis und setzt eine fehlerfreie und konsequente Anwendung voraus. Sie ist also nicht für Jederfrau / Jedermann geeignet und wenn ihr diese Methode in Erwägung zieht, solltet ihr vorher unbedingt Rücksprache mit eurer Frauenärztin / eurem Frauenarzt halten.

** Und was ist, wenn ihr die Pille nehmt? Die Anti-Baby-Pille enthält Sexualhormone, die das Heranreifen von Eizellen unterdrücken und somit den Eisprung hemmen. Darüber hinaus wird der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut so beeinflusst, dass die Einnistung einer Eizelle nicht möglich ist. Zudem wird eine Veränderung des Schleims im Gebärmutterhals bewirkt, sodass Spermien nicht mehr in die Gebärmutterhöhle aufsteigen können. Eine Ausnahme ist die Minipille: Sie hemmt den Eisprung nicht, aber verhindert eine Schwangerschaft aufgrund der Veränderung des Schleims im Gebärmutterhals und der Unterdrückung des Aufbaus der Gebärmutterschleimhaut.

 

Älterer Post

s